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Wohnmobilreise in die Provence und an die Côte d´Azur im Frühling

Zu Beginn
Vor vielen Jahren waren wir mit unserem VW-Bus im Hochsommer in Südfrankreich an der Côte d´Azur. Dort hat es uns sehr gut gefallen, allerdings war es zu dieser Jahreszeit an der französischen Mittelmeerküste sehr voll und überlaufen. Wir hatten damals große Mühe, selbst mit unserem kleinen VW-Bus, einen Übernachtungsplatz zu bekommen. Nachdem der Winter in diesem Jahr nicht enden will, wollen wir dem Frühling entgegen fahren und haben uns als Reiseziel für unseren Osterurlaub in Südfrankreich den östlichen Teil der Provence und die Côte d´Azur ausgesucht. Auch wollen wir einige alte, traditionelle Orte dieser Region besuchen.

Reisebeschreibung
Reisebeginn: Donnerstag 28.03.2013
Reiseende: Montag 15.04.2013
Übernachtungen 18
gefahrene Kilometer 2.718 km

 Literaturempfehlung
• Band 38 WOMO-Reihe „Mit dem Wohnmobil in die Provence und an die Côte d´Azur“ Teil 2: Der Osten, Ralf Gréus (18,90 Euro) 4. Auflage 2011
• Reiseführer Côte d´Azur und Provence, Verlag Martin Velbinger, 9. Auflage 2011, ISBN: 3-88316-051-2 (24,80 Euro)
• Polyglott–Reiseführer Côte d´Azur, ISBN: 3-493-62 764-5, (12,80 Euro)
• Französisch, Sprachführer für die Reise, Redewendungen, Wörter, Gespräche, ISBN: 3-632-98891-9
• Michelin Karte Nr. 84, Marseille, Toulon, Nice, Maßstab: 1:200.000, ISBN: 2-06-700084-5
• Michelin Straßen- und Reiseatlas, Maßstab: 1:200.000, ISBN: 2-06-711231-7

Tagesetappe 1:
Donnerstag, 28.03.2013 von Rednitzhembach nach Bad Urach
Tageskilometer: insgesamt: 250 km
Übernachtung: Wohnmobilstellplatz: Reisemobilstellplatz Bad Urach, 72574 Bad Urach, Bäderstraße
Anzahl Übernachtungen: 1
Kosten: 8 €
Nebenkosten: WC-Entsorgung 0,50 €
Gesamtkosten für 1 Übernachtung: 8,50 €

 

Wir beginnen unsere Reise am Gründonnerstagnachmittag und haben als erstes Reiseziel Bad Urach, im Herzen der Mittleren Schwäbischen Alb, ausgesucht. Wir kennen Bad Urach und das hervorragende Thermalwasser der Alb Thermen bereits von früheren Besuchen und wollen vor der Fahrt nach Frankreich noch in dem herrlich warmen Thermalwasser entspannen und Helmuts Rückenschmerzen etwas lindern. Der Wohnmobilstellplatz in Bad Urach, Bäderstraße, befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Kurzentrum und zu den Alb Thermen, verfügt über 26 Stellplätze mit Stromanschlüssen und eine Ver- und Entsorgungsstation. Er liegt schön gelegen, am kleinen Flüsschen Erms.


Wohnmobilstellplatz Bad Urach

Das württembergische Residenzstädtchen Urach hat vor einigen Jahren das Prädikat „Bad“ erhalten. Es wird geprägt vom Rathaus und dem Residenzschloss aus dem 15. Jahrhundert und von Fachwerkbauten im malerischen Stadtkern. In den Alb Thermen kann man die Kraft des Wassers neu erleben. Ein Bad im Thermalwasser lindert chronisch entzündliche Gelenkleiden, Erkrankungen der Wirbelsäule, der Rückenmuskulatur und ist für die Rehabilitation nach chirurgischen Eingriffen hervorragend geeignet. Außerdem bedeutet ein Bad im Wasser der Therme Harmonie für Körper, Geist und Seele.


Kurhaus im Kurpark Bad Urach


Blick zum Kurpark und den Fluss Erms


Alb Therme Bad Urach neben der Erms


Eingang zur Alb Therme in Bad Urach

Am Abend und am nächsten Morgen besuchen wir die Alb Therme und genießen das körperwarme Thermalwasser in vollen Zügen.

Tagesetappe 2:
Freitag,29.03.2013 von Bad Urach nach Singen
Tageskilometer: insgesamt: 128 km
Übernachtung: auf Wohnmobilstellplatz: Parkplatz am Landesgartenschaugelände, Schaffhauser Straße, 78224 Singen
Anzahl Übernachtungen: 1
Kosten: keine
Nebenkosten: keine
Gesamtkosten für 1 Übernachtung: keine

Am Karfreitag scheint entgegen der Wettervorhersage die Sonne. Wir fahren nach dem Mittagessen weiter nach Singen. Singen ist der Hauptort im Hegau, der zu den altbesiedelten Kulturlandschaften Südwestdeutschlands gehört und nordwestlich vom Bodensee liegt. Westlich der Stadt Singen ragt der Vulkanschlot des Hohentwiel auf, von dessen Anhöhen man einen wunderbaren Blick auf die Stadt hat.

Der Wohnmobilstellplatz in Singen, Schaffhauser Straße, liegt naturnah am Landesgartenschaugelände zwischen den beiden Aach-Flussarmen und der Bahnlinie, verfügt über 20 Wohnmobilstellplätze, die auch für große Mobile geeignet sind, hat eine Ver- und Entsorgungsstation sowie 6 Stromanschlüsse. Die Innenstadt von Singen ist vom Stellplatz aus durch die Parkanlagen in wenigen Gehminuten erreichbar.


Wohnmobilstellplatz in Singen

Bei unserer Ankunft auf dem fast vollbesetzten Stellplatz regnet es in Strömen. Das schlechte Wetter hält uns allerdings nicht davon ab, noch einen kleinen Spaziergang durch das Gartenschaugelände in die menschenleere Innenstadt zu unternehmen. Wir können bereits erahnen, welche Blütenpracht der Frühling hier im Park hervorbringen wird, da die Blattspitzen der Frühjahrsblüher bereits überall sichtbar sind. Durch den langen Winter können wir leider den Frühlingsblütenteppich im ehemaligen Landesgartenschaugelände noch nicht bewundern. Den restlichen Abend verbringen wir gemütlich in unserem komfortablen Wohnmobil und nehmen uns vor, morgen dem Frühling entgegenzufahren.


Skulptur im ehemaligen Landesgartenschaugelände


Park im ehemaligen Landesgartenschaugelände


Einer der beiden Aach-Arme in Singen


Museumsstraßenbahn in Singen


Kunstbrunnen vor den Hohentwiel-Lichtspielen


Gasthaus Kreuz hinter der Stadthalle

Tagesetappe 3:
Samstag, 30.03.2013 von Singen nach Aix les Bains
Tageskilometer: insgesamt: 412 km
Übernachtung: auf Campingplatz: Du Sierroz, Boulevard Barrier, 73100 Aix les Bains, Frankreich
Anzahl Übernachtungen: 1
Kosten: 15,00 €
Nebenkosten: keine
Gesamtkosten für 1 Übernachtung: 15,00 €

In der Nacht hat es wieder geschneit und die ganze Landschaft ist weiß überdeckt. Der ehemalige Vulkan Hohentwiel mit einer der größten Festungsruinen Deutschlands auf seiner Spitze ist am Morgen in weißem Kleid gut sichtbar.


Hohentwiel mit Festungsruine

Bei unserer Weiterfahrt regnet es ununterbrochen. Als nächstes Reiseziel haben wir uns Saint Aubin Sauges ausgesucht. Wir fahren die Autobahn über Schaffhausen, Winterthur, Zürich und Biel an den Neuchateler See auf den Wohnmobilstellplatz Saint Aubin, Rue du Debarcadere (GPS: N 46°53‘31“ E 06°46‘27“). Der Stellplatz liegt sehr ruhig am Jachthafen und verfügt über eine Ver- und Entsorgungsstation und Stromanschlüsse sowie über eine WC-Anlage und Duschen. Wir genießen den wunderbaren Blick über den See und verbringen auf dem neben dem Wohnmobilstellplatz befindlichen Parkplatz unsere Mittagspause. Da es immer noch regnet, entscheiden wir uns trotz der schönen Lage des Stellplatzes für die Weiterfahrt.


Wohnmobilstellplatz in St. Aubin


Parkplatz im Jachthafen in St. Aubin


Am Jachthafen in St. Aubin


Blick über den Neuchateler See


Blühender Frühlingsbusch am Jachthafen St. Aubin

Wir nehmen die Autobahn nach Lausanne, Genf, verlassen vor Annecy die Schweiz und fahren danach weiter die Autobahn in Frankreich bis Aix les Bains zum Campingplatz Du Sierroz, Boulevard Barrier. Als wir die Autobahn an der Ausfahrt Aix les Bains verlassen, zahlen wir an der Mautstelle für die ca. 70 gefahrenen Autobahnkilometer in Frankreich 22,50 Euro. Hier bleibt uns fast die Sprache weg. Da brauchen wir uns über die hohen Autobahngebühren in Österreich und Italien nicht mehr beschweren.


Campingplatz Aix les Bains

Am Abend bummeln wir durch den neben dem Campingplatz über Ostern aufgebauten Vergnügungspark am See, spazieren die Seepromenade entlang zum Jachthafen, kaufen in einem kleinen „Tante-Emma-Laden“ noch einige regionale Produkte ein und verbringen danach den restlichen Abend im Wohnmobil.


Seepromenade in Aix les Bains


Jachthafen in Aix les Bains

Tagesetappe 4:
Sonntag, 31.03.2013 von Aix les Bains nach Sisteron 
Tageskilometer: insgesamt: 218 km
Übernachtung: auf Campingplatz: Des Prés Hauts, 44 Chemin des Prés Hauts, F-04200 Sisteron
Anzahl Übernachtungen: 1
Kosten: 14,00 €
Nebenkosten: Strom 4,00 € und Kurtaxe 0,70 €
Gesamtkosten für 1 Übernachtung: 18,70 €

Die ganze Nacht über und am Morgen haben wir wieder Regen. Nach dem Frühstück fahren wir weiter Richtung Süden über die Autobahn bis Grenoble und dann über die Passhöhe des Col de la Croix Haute die Bundesstraße N75 nach Sisteron. Wir starten bei strömendem Regen in Aix les Bains und wollen dem Frühling entgegen fahren. Auf dem Weg zur Passhöhe des Col de la Croix Haute schneit es ununterbrochen. Links und rechts von der Straße versteckt sich die Landschaft unter einer geschlossenen Schneedecke. Anstatt im Frühling befinden wir uns wieder im Winter.


Passstraße zum Col de la Croix Haute

Nach einer weiteren halben Stunde Fahrzeit ist der Winterspuk plötzlich wieder verschwunden. Ein fast wolkenloser, blauer Himmel und die strahlende Sonne lachen uns entgegen. Endlich haben wir schönes Wetter. An einem Parkplatz verbringen wir unsere Mittagpause. Anschließend genießen wir die Fahrt durch die Haute Provence mit den kleinen, ursprünglichen, typisch französischen Örtchen entlang der Bundesstraße. Bei diesem Wetter und der wunderbaren Landschaft ist das Wohnmobilreisen ein Traum und die Zeit vergeht wie im Flug.


Bundesstraße N75 ca. 20 km nach der Passhöhe

Ehe wir uns versehen, sind wir in Sisteron angekommen und fahren den Wohnmobilstellplatz Cours Melchior Donnet (GPS: N 44°12‘00“ E 05°56‘40“) an. Der Stellplatz liegt am Nordrand von Sisteron, unterhalb der Zitadelle, verfügt über ca. 10 Stellplätze, eine Ver- und Entsorgungsstation und Toiletten. Leider finden wir keinen Platz. Der Stellplatz ist am Ostersonntag komplett voll und ist auch für große Wohnmobile aufgrund der begrenzten Parkfläche wenig geeignet.


Wohnmobilstellplatz Sisteron

Wir fahren weiter zum nahe gelegenen, ca. 2 km vom Ort entfernten Campingplatz Des Prés Hauts, 44 Chemin des Prés Hauts, im Tal des Flusses Durance. Dort stehen wir vor verschlossenen Türen. Der Campingplatz öffnet erst am nächsten Tag, dem 01. April. Hinter uns warten noch mehrere Wohnmobile, die nach kurzer Zeit wieder weiterfahren.

Wir suchen in unseren Campingführern nach weiteren Übernachtungsplätzen in der Nähe von Sisteron. Zu unserer Überraschung bietet uns die zufällig vorbeikommende Besitzerin des Campingplatzes an, auf dem Campingplatz zu übernachten und schließt ein kleines, komfortables Sanitärgebäude auf. Wir sind in dieser Nacht die einzigen Gäste auf dem Campingplatz. So etwas haben wir auch noch nicht erlebt. Ein ganzer Campingplatz nur für uns alleine. Mit Blick auf die Zitadelle stehen wir auf einer bunten Blumenwiese, innerhalb einer mit Hecken unterteilten Parzelle im herrlichsten Sonnenschein. Wir freuen uns über diese nicht alltägliche, wunderbare Gastfreundschaft der französischen Campingplatzbesitzer, die nur für uns den Campingplatz einen Tag früher geöffnet haben.


Campingplatz Des Prés Hautes in Sisteron

Nach einer Tasse Kaffee im Wohnmobil laden wir die Fahrräder aus der Heckgarage des Wohnmobils aus und radeln entlang dem Fluss Durance in die Stadt. Sisteron liegt 485 m über dem Meer in einer unvergleichlichen Lage zwischen Felsen im Tal der Durance und wird überragt von der Zitadelle aus dem 13. Jahrhundert. Ein weiteres mittelalterliches Erbe von Sisteron ist der Dom von Notre-Dame des Pommiers. Diese Kathedrale wurde zwischen 1160 und 1220 erbaut, im französischen Religionskrieg zerstört und im 20. Jahrhundert komplett restauriert. Das Stadtbild prägen auch die mitten in der Stadt stehenden Türme des Hauptwalls, die „Andônes“. Sisteron hat ein ungewöhnliches Klima und ist das Tor zur Provence.


Fluss Durance auf dem Weg nach Sisteron


Brücke über die Durance zur Stadt Sisteron


Altstadtansicht Sisteron


Türme des Hauptwalls, die „Andônes“

Wir stellen die Fahrräder ab und besichtigen zuerst die Kathedrale. Am Eingang werden wir von einem freundlichen älteren Herrn empfangen, welcher uns aufgrund unserer mangelnden französischen Sprachkenntnisse die Besonderheiten der Kathedrale in englischer Sprache erklärt.


Kathedrale Notre-Dame des Pommiers


Kathedrale mit Zitadelle im Hintergrund

Danach radeln wir mit unseren E-Bikes den steilen Weg zur Zitadelle hoch und sehen uns zuerst den im Wohnmobilführer genannten Wohnmobilstellplatz hinter der Zitadelle, an der Allée du Souvenir Francais, (GPS: N 44°11‘56“ E 05°56‘23“) an. Gott sei Dank sind wir der Empfehlung im Wohnmobilführer nicht gefolgt. Der Stellplatz ist für große Wohnmobile aufgrund der steilen und engen Zufahrt nicht geeignet. Wir empfehlen, den Stellplatz nur mit einem kurzen, kleinen Wohnmobil oder mit einem Allradfahrzeug anzufahren. Außerdem sind keine Ver- und Entsorgungseinrichtungen vorhanden.


Wohnmobilstellplatz hinter der Zitadelle


Blick über die Altstadt von der Zitadelle

Danach begeben wir uns zum Eingang der Zitadelle, die nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden kann. Leider ist es für eine Führung schon zu spät und wir radeln durch die Stadt wieder zurück zum Campingplatz.


Altstadtgasse in Sisteron


Stadtteil von Sisteron gegenüber der Altstadt


Markanter Felsen gegenüber der Altstadt von Sisteron 

Tagesetappe 5:
Montag, 01.04.2013 von Sisteron nach Moustiers Sainte-Marie
Tageskilometer: insgesamt: 122 km 
Übernachtung: auf Wohnmobilstellplatz: F-04360 Moustiers Ste.-Marie, An der D 952, (GPS: N 43°50'37" E 06°13'10")
Anzahl Übernachtungen: 1
Kosten: keine
Nebenkosten: keine
Gesamtkosten für 1 Übernachtung: keine

Vor der Weiterfahrt frischen wir im nahe gelegenen Supermarkt unsere Vorräte auf. Danach setzen wir unsere Fahrt fort und fahren auf der N85 über Digne-les-Bains, entlang der Lavendel-Route nach Mezel, über das Plateau de Valensole, der Stadt Riez zu unserem nächsten Zielort nach Moustiers Sainte-Marie. Leider blühen derzeit die endlosen Lavendelfelder auf dieser Wegstrecke noch nicht. Trotzdem bietet die Reiseroute entlang der schnurgeraden Lavendelreihen auf den Feldern auch außerhalb der von Anfang Juli bis Anfang August stattfindenden Blütezeit interessante Eindrücke. Nirgendwo hat die provenzalische Landschaft so viel Weite wie auf dem Plateau de Valensole.


Blick vom Poteau de Telle an der D8


endlose Lavendelfelder auf dem Plateau de Valensole


Blick auf den Ort Valensole

Auf dem Wohnmobilstellplatz in Moustiers Saint-Marie, an der D952 finden wir, obwohl wir in der Nebensaison unterwegs sind, gerade noch einen freien Stellplatz. Der Stellplatz verfügt über eine Ver- und Entsorgungsstation, hat jedoch keine Stromanschlüsse. Das Ortszentrum ist vom Stellplatz aus in wenigen Gehminuten zu erreichen. Neben dem Wohnmobilstellplatz bietet Moustiers Saint-Marie noch drei weitere ortsnahe Campingplätze.


Wohnmobilstellplatz in Moustiers Saint-Marie


Blick vom Wohnmobilstellplatz auf Moustiers

Nach einer Kaffeepause im Wohnmobil besichtigen wir den historischen Ortskern von Moustiers Saint-Marie. Der Ort hat 1982 die Auszeichnung erhalten, zu den schönsten Dörfern Frankreichs zu zählen und ist eines der meistbesuchten Dörfer der Ost-Provence. Die Pfarrkirche in der Dorfmitte stammt aus dem 12. Jahrhundert, hat ein romanisches Kirchenschiff und einen langobardischen Glockenturm. Quer durch den Ort fließt der Gebirgsfluss Adou, der von einer malerischen Bogenbrücke überspannt wird. Hoch über dem Ort steht die Kapelle Notre-Dame-de-Beauvoir, die über eine Felsentreppe mit 365 Stufen erklommen werden kann. Sie wurde auf Überresten eines im 5. Jahrhundert errichteten Marientempels gebaut. Seit dem Mittelalter haben sich in Moustiers das Keramikhandwerk und später daraus die Fayence-Kunst entwickelt. Heute üben etwa 20 Ateliers in Moustiers dieses Kunsthandwerk aus und bieten ihre Produkte zum Verkauf an.


Dorfplatz in Moustiers


Blick von Moustiers ins Tal


Bogenbrücke über den Fluss Adou


Blick auf den langobardischen Glockenturm der Pfarrkirche


Seitenschiff der Pfarrkirche


Altarraum der Pfarrkirche


Ortsmitte mit Glockenturm


Ortsansicht von Moustiers


Fluss Adou in Moustiers


Blick vom Ortszentrum auf die Bogenbrücke


Blick auf den Dorfplatz


Ortsansicht von Moustiers


Altstadtgasse in Moustiers


Blick vom Ort auf die Kapelle Notre-Dame-de-Beauvoir


Kapelle Notre-Dame-de-Beauvoir hoch über Moustiers

Tagesetappe 6:
Dienstag, 02.04.2013 von Moustiers Sainte-Marie nach Orgon
Tageskilometer: insgesamt: 161 km
Übernachtung: auf Campingplatz: Camping de la Vallée Heureuse, Quartier Lavau, F-13660 Orgon en Provence 
Anzahl Übernachtungen: 2
Kosten: 28,14 €
Nebenkosten: Strom und Kurtaxe 8,80 €
Gesamtkosten für zwei Übernachtungen: 36,94 €

In der Nacht hat es erneut geregnet. Am Morgen ist Moustiers im Nebeldunst kaum sichtbar. Nach dem Frühstück reißt der Himmel auf, die Sonne vertreibt den Nebel und es wird langsam wärmer. Heute wollen wir mit dem Wohnmobil rund um den Lac de Ste. Croix fahren. Wir fahren die D957 Richtung Aups über den Verdon-Einlauf auf der hohen Galetas-Brücke. Kurz vor Aups biegen wir Richtung Riez ab und fahren auf der D49 und der D71 vorbei an Bauduen und Ste. Croix-de-Verdon weiter nach Riez.


Lac de Ste. Croix


Verdon-Einlauf von der hohen Galetas-Brücke


Blick von der D71 auf Bauduen

In Riez wollen wir unsere Mittagspause verbringen und das Provinzstädtchen mit südfranzösischem Landcharme ansehen. Wir fahren dem Hinweisschild des offiziellen Wohnmobilstellplatzes an der nordwestlichen Ausfallstraße D953 in Richtung Puimoisson mit angeblich 300 Stellplätzen nach. Die Zufahrt führt über einen engen, staubigen Feldweg und endet in einer unebenen, tiefgründigen Wiesenfläche. Eine Möglichkeit zur Ver- und Entsorgung sowie Stromsäulen sind nicht vorhanden. Auf dem Platz steht kein einziges Wohnmobil und auch wir entscheiden uns, hier nicht zu bleiben. Dieser Wohnmobilstellplatz ist ein Negativbeispiel und kann von uns nicht empfohlen werden.


offiziell ausgeschildeter Wohnmobilstellplatz in Riez

Wir verbringen unsere Mittagspause auf dem zentrumsnahen, 50 m von der Altstadt entfernten großen Parkplatz für PKW und entdecken dort zufällig sieben Stellplätze für Wohnmobile. Es fehlen allerdings Ver- und Entsorgung sowie Stromversorgung. Auch sind diese Wohnmobilstellplätze an der Durchfahrtsstraße nirgends ausgeschildert. Der Wohnmobilparkplatz ist für die Besichtigung der Altstadt und der Ausgrabungen von Riez sehr gut geeignet.


Wohnmobilstellplatz auf dem PKW Parkplatz am Stadtzentrum von Riez

Riez besitzt vier römische Säulen eines ehemaligen Apollo-Tempels und eine restaurierte Taufkapelle aus dem 5. oder 6. Jahrhundert, die als einer der ältesten Sakralbauten Frankreichs gilt. Wegen dieser römischen Bauten nennt sich die Stadt Riez-la-Romaine.


Stadtzentrum von Riez


Hausansicht in der Altstadt von Riez


Durchgangsstraße in Riez


Römische Ausgrabungen in Riez


restaurierte Taufkapelle aus dem 5. oder 6. Jahrhundert


Römische Säulen in Riez

Nachdem wir der Altstadt von Riez und den römischen Bauten einen Besuch abgestattet haben, fahren wir weiter. Wir wollen uns mit unseren Kindern, die ebenfalls in Südfrankreich Urlaub machen, in der Nähe von Avignon treffen. Deshalb fahren wir auf der D952 nach Allemagne en Provence. In der Ortsmitte fahren wir an einem fast als "verwunschen" zu bezeichnenden Renaissance-Schlösschen vorbei. Wir träumen kurz davon, dass dieses Schlösschen mitten in Allemagne (Deutschland) unsere neue Bleibe sein könnte. Aber wie so oft im Leben, fehlt für diesen Traum das notwendige Kleingeld.


Ortseingang von Allemagne en Provence


Renaissance-Schlösschen in Allemagne

Unsere Tour führt uns weiter über Gréoux-les-Bains, wo wir den dort ausgeschilderten Wohnmobilstellplatz, Chemin de la Barque, (GPS: N 43°45‘19“ E 05°53‘22“) aufsuchen wollen. Die Zufahrt dorthin ist sehr steil und wir riskieren es nicht, mit dem Heck unseres fast 9 m langen Mobils auf der Zufahrt aufzusitzen. Laut Reiseführer ist der Stellplatz mit Ver- und Entsorgung, Toilette und kostenlosem Stromanschluss ausgestattet. Gréoux-les-Bains ist ein Badeort mit Schwefelquellen und hat einen sehr schönen Kurpark. Der Kurbetrieb wurde erst 1960 aufgenommen, obwohl nachweislich schon die Römer in den warmen Schwefelquellen gebadet haben. Wir wären gerne noch hier geblieben, um den Ort und die Kuranstalt näher kennenzulernen. Doch wir wollen uns am Abend mit unseren Kindern treffen und halten uns nicht länger mit Besichtigungen auf.

Mit unseren Kindern haben wir uns auf dem von hohen Felswänden umgebenen, provenzalisch anmutenden Campingplatz La Vallée Heureuse, Quartier Lavau, F-13660 Orgon en Provence, verabredet. Wir fahren über die D973 und die N7 durch Pertuis und Cadenet nach Orgon. Gemeinsam kochen wir am Grill ein Menü mit Zutaten aus der Region und genießen den familiären Abend mit unseren Kindern am Campingplatz vor unserem Wohnmobil.


Campingplatz La Vallée Heureuse in Orgon


Campingplatz La Vallée Heureuse in Orgon

Am nächsten Morgen fahren wir alle zusammen mit dem PKW unserer Kinder nach Les Baux de Provence. Les Baux de Provence ist ebenfalls mit dem Label „eines der schönsten Dörfer Frankreichs“ ausgezeichnet. Das unter Denkmalschutz stehende, auf einem Felsvorsprung gelegene Dorf besitzt unglaublich viele Baudenkmäler und ist Schauplatz für glanzvolle Veranstaltungen. Die Gastlichkeit hat hier Tradition und es gibt sehr gute Feinschmeckerrestaurants, in denen oft hohe Persönlichkeiten verweilen. Nach Besichtigung der Baudenkmäler gehen wir in der Grand Rue Frederic Mistral, im Café du Musée, vorzüglich, zu nicht überteuerten Preisen, Mittagessen. Das Lokal wirbt mit gepflegter traditioneller Küche und provenzalischen Spezialitäten.


Rückansicht von Chateau in Les Baux


Place Louis Jou in Les Baux


Blick nach Südwesten vom Porte d’Eyguireses in Les Baux


Treppe in Les Baux


Dorfgasse in Les Baux


Blick auf das Chateau von der Rue du Chateau


Dorfgasse in Les Baux


Dorfgasse in Les Baux


Innenhof im Hotel de Manville in Les Baux


Baudenkmal in Les Baux


Dorfgasse in Les Baux


typisch provenzalisches Geschäft


Kirchplatz mit Eglise Saint-Vincent in Les Baux


Seitenaltar in der Kirche Saint-Vincent in Les Baux


Seitenfenster in der Kirche Saint-Vincent in Les Baux


Ruine in Les Baux Place


Saint-Vincent in Les Baux


Innenraum der Chapelle des Penitents Blancs


Dorfgasse in Les Baux


Dorfgasse in Les Baux

Les Baux de Provence ist ein absoluter Touristenmagnet und wahrscheinlich in der Hauptsaison total überlaufen. Nach unseren Beobachtungen kann man mit dem Wohnmobil an den ausgeschilderten PKW-Parkplätzen vorbeifahren und den Ort im Westen auf der D27 in Richtung Maussane umrunden. Unterhalb der Altstadt finden sich an der Straße entlang genügend Standstreifen, die auch zum Parken für Wohnmobile geeignet sind. Ob dies allerdings auch im Juli und August gilt, können wir nicht beurteilen.


Blick von Place Louis Jou auf die D27 mit den Standstreifen zum Parken

Am Nachmittag fahren wir mit dem PKW weiter nach Fontaine de Vaucluse. Wir kennen den kleinen Ort bereits von unserer Urlaubsreise im Jahr 2003 und wollen unseren Kindern den Ort und das beeindruckende Naturschauspiel zeigen. Oberhalb des Ortes entspringt, umgeben von riesigen, senkrechten Felswänden, aus einer unterirdischen Quelle, die sich in einem kleinen See sammelt und dann als reißender Wildbach über Felsen ins Tal fließt, der Fluss Sorgue. Der Fluss mit dem klaren sprudelnden Wasser fließt von den Felsen weiter ins Tal und windet sich durch eine wunderschöne Landschaft. Leider hat sich in den vergangenen zehn Jahren dieses idyllische Naturschauspiel zu einem Touristenspektakel mit vielen Geschäften und Restaurants verändert. Der ursprüngliche Charakter eines gewaltigen Naturschauspiels geht dabei etwas unter. Am Fluss entlang befinden sich einige Kunstgalerien und das Museum einer Papiermühle, welches kostenlos besichtigt werden kann.


Fluss Sorgue am Ortseingang von Fontaine de Vaucluse


Blick von der Brücke in der Ortsmitte von Fontaine de Vaucluse


Fluss Sorgue oberhalb von Fontaine de Vaucluse


Blick auf die Parkanlage von Fontaine de Vaucluse


unterirdische Quelle und Quellsee vom Fluss Sorgue


sprudelnde Wasserfontänen nach dem Quellsee des Flusses Sorgue


Wildbach Sorgue in Fontaine de Vaucluse


Mühlrad an der Papiermühle in Fontaine de Vaucluse


Papiermühle in Fontaine de Vaucluse

Fährt man den Ort Fontaine de Vaucluse auf der D25 von l’Isle-s-la-Sorgue aus an, kommt man an einem wunderschön direkt am Wasser gelegenen Wohnmobilstellplatz vorbei, der sich auf der rechten Flussseite befindet. Unweit des Ortszentrums ist auch ein Campingplatz vorhanden.

Nach einem kleinen Ortsrundgang fahren wir mit dem PKW zurück zum Campingplatz und verbringen den Abend mit unseren Kindern im Wohnmobil.

Tagesetappe 7:
Donnerstag, 04.04.2013 von Orgon nach Sanary-sur-Mer
Tageskilometer: insgesamt: 124 km
Übernachtung: auf Campingplatz: Campasun Parc Mogador, 167 Chemin de Beaucours, F-83110 Sanary-sur-Mer
Anzahl Übernachtungen: 2
Kosten: 49,00 €
Nebenkosten: Kurtaxe 1,60 €
Gesamtkosten für zwei Übernachtungen: 50,60 €

Nach einer ruhigen Nacht verabschieden wir uns von unseren Kindern und fahren auf unserer geplanten Reiseroute über die A7 und die A52 nach la Ciotat und an der Küsten der Côte d’Azur auf der D559 entlang zum Campingplatz Campasun Parc Mogador in Sanary-sur-Mer. Im Reiseführer wird berichtet, dass der Campingplatz in der Hauptsaison sehr voll und überbelegt ist. Anfang April jedoch bekommen wir problemlos auf dem komfortablen Campingplatz einen Stellplatz. Zwischenzeitlich regnet es in Strömen und deshalb holen wir unsere Arbeit nach und schreiben im Wohnmobil weiter an unserem Reisebericht.


Campingplatz Campasun Parc Mogador in Sanary-sur-Mer

Am Morgen weht ein heftiger Wind und die Regenwolken sind verschwunden. Heute wollen wir die Stadt Sanary-sur-Mer besichtigen. Wir fahren mit den Fahrrädern bis zum Hafen und stellen dort die Fahrräder ab. Danach gehen wir zu Fuß durch den Markt am Quai und die Innenstadt.


Fischverkäuferin am alltäglichen Markt in der Allee am Quai in Sanary

Früher war Sanary-sur-Mer ein kleiner ruhiger Fischerhafen. Heute ist das malerische Städtchen in der Provence ein kultureller Badeort. Die Architektur der Häuser stammt aus dem 19. Jahrhundert und Schmuckstücke der Stadt sind die Kirche Saint-Nazaire und das Rathaus. Jeden Tag werden in der Allee (am Quai) auf dem Vorplatz des Rathauses die traditionellen Märkte abgehalten. Von 1933 bis 1942 nimmt Sanary deutsche und österreichische Intellektuelle auf, die vor dem Naziregime flüchten. Aus der Vergangenheit hat Sanary den Charakter eines kleinen Fischerhafens bewahrt. Den Hafen schmücken heute noch die teilweise unter Denkmalschutz stehenden provenzalischen Schiffe, die hier „Pointus“ heißen. Die Farben der Schiffe wurden zugeteilt: blau für den Herren, rot für das Volk.


historischer Hafen von Sanary mit provenzalischen Schiffen


provenzalische Schiffe, genannt „Pointus“


Blick über den historischen Hafen von Sanary


Kirche von Saint-Nazaire


einladende Fußgängergässchen in Sanary


Kapelle der „Pénetents Blancs“ um 1570 (heute Versammlungsort der Stadtväter)

Am Nachmittag fahren wir mit unseren Fahrrädern an den bevorzugten Sandstrand La Gorguette in der Nähe unseres Campingplatzes. Danach fahren wir über die La Baie de Cousse zum Pointe de la Cride die Küsten entlang. Die Pointe de la Cride hat ihren wilden Charakter bewahrt. An der Spitze befindet sich eine militärische Verteidigungsanlage, die leider nicht besichtigt werden kann. Dunkelrote, vom Wind gemeißelte Felsen und zerklüftete Klippen wechseln sich mit Buchten und von Kiefern überragten Kies- und Sandstränden ab. Der Weg führt uns zurück in die Innenstadt von Sanary, wo wir den Männern beim Boule-Spiel zusehen. Vorbei am alten Waschhaus im Cavet-Garten radeln wir weiter die Küste entlang auf dem komfortablen Radweg nach Six-Fours. Durch den starken Wind, der heute in der Bucht vor Six-Fours die Wellen besonders hoch schlagen lässt, versuchen sich die Wellenreiter. Wir sehen noch ein wenig den Wellenreitern zu, kehren danach um und radeln zurück zum Campingplatz.


Blick über den Strand La Gorguette nach Bandol


Blick auf die Ile de Bendor vor Bandol


Blick vom Pointe de la Cride in Richtung Sanary


Blick auf Ile de Porquerolles vor Giens


Blick auf die Bucht von Sanary


Blick von Avenue Frederic Mistral auf das Meer


Waschhaus im Cavet-Garten


Männer beim Boule-Spiel neben dem Cavet-Garten


Blick in die Bucht von Six-Fours


Wellenreiter in der Bucht von Six-Fours


Wellengang am Strand von Six-Fours

Tagesetappe 8:
Samstag, 06.04.2013 von Sanary-sur-Mer nach La Londe-les-Maures
Tageskilometer: insgesamt: 108 km
Übernachtung: auf Wohnmobilstellplatz: La Londe-les-Maures, Avenue Henri Matisse, F-83250 La Londe-les-Maures, GPS: N 43°07'55" E 06°13'50"
Anzahl Übernachtungen: 1
Kosten: keine
Nebenkosten: keine
Gesamtkosten für 1 Übernachtung: keine

Am Morgen ist der Himmel bedeckt und es fängt leicht zu regnen an. Wir entscheiden uns zur Weiterfahrt auf der D559 und der A50 über Toulon nach Giens. Dort verbringen wir unsere Mittagspause auf einem Seitenstreifen an der D97. Da das Wetter sich nicht bessert, fahren wir mit dem Wohnmobil durch den Ort Giens, entlang am Etang des Pesquilers und zurück ans Festland.

Als nächstes Reiseziel fahren wir Bormes-les-Mimosas an. Unterwegs machen wir einen Abstecher nach La Londe-les-Maures und sehen uns den Campingplatz Le Pansard, Chemin des Moulieres in La Londe-les-Maures an. Auf dem Weg dorthin entdecken wir einen Wohnmobilstellplatz vor dem Kreisverkehr von La Londe-les-Maures am Beginn der Avenue Henri Matisse mit fünf Stellplätzen, Ver- und Entsorgung und Stromanschlüssen.


Wohnmobilstellplatz vor dem Kreisverkehr von La Londe-les-Maures


Wohnmobilstellplatz La Londe-les-Maures

Trotz freier Stellplätze fahren wir weiter nach Bormes-les-Mimosas in der Hoffnung, in dem als besonders sehenswert angekündigten Ort einen Stellplatz zum Übernachten zu finden. Zu unserer Enttäuschung stellen wir fest, dass im Ort zwar ausreichend PKW-Parkplätze vorhanden sind, aber wegen Höhenbeschränkungen oder aufgrund einer sehr steilen und engen Zufahrt das Parken für Wohnmobile nicht möglich ist. Im Gegensatz zu dem schönen alten Ort Moustiers Sainte Marie mit dem großzügigen Wohnmobilstellplatz, werden in Bormes-les-Mimosas Wohnmobile ausgesperrt. Deshalb können wir den Ort heute nicht besichtigen und fahren die 15 Kilometer zurück zum Stellplatz in La Londe-les-Maures.

Bei unserer Ankunft auf dem Stellplatz sind die zwei vorhandenen Stromsäulen bereits belegt. Ein freundlicher französischer Wohnmobilnachbar bietet uns sofort und ohne unsere Aufforderung an, unser Stromkabel an seiner Kabeltrommel anzustecken. Als wir uns danach mit dem in Deutschland unbekannten System der französischen Ver- und Entsorgungsstation auf dem Stellplatz befassen, kommt ein anderer Wohnmobilnachbar aus Frankreich auf uns zu und erklärt uns durch praktische Einweisung die Handhabung dieser Station. Es fällt uns hier positiv auf, dass in Frankreich die gegenseitige Hilfe und Rücksichtnahme unter Wohnmobilfahrern besonders ausgeprägt ist. Nach einem Spaziergang durch den Ort verbringen wir den Abend im Wohnmobil.


Innenstadt von La-Londe-les-Maures


Fluss le Pansard in La-Londe-les-Maures

Am Sonntagmorgen scheint die Sonne. Bevor wir weiterfahren, sehen wir uns noch den Hafen von La Londe-les-Maures, Port de Miramar an. Wir stellen unser Wohnmobil auf einen PKW-Parkplatz direkt am Hafen ab, der am frühen Morgen noch kaum belegt ist. Danach laufen wir zu Fuß am Hafenbecken entlang und durch die netten kleinen Geschäfte am Kai, wo wir für Hildegard einige schicke Kleidungsstücke einkaufen.


Unsere „mobile Superjacht“ auf dem Parkplatz im Hafen


Hafenmole von Port de Miramar


Blick vom Quai de Wallur über den Hafen von Port de Miramar


Hafen von Port de Miramar


Port Maravenne mit Heliport im Hafen Miramar

Tagesetappe 9:
Sonntag, 07.04.2013 von La Londe-les-Maures nach Ramatuelle
Tageskilometer: insgesamt: 66 km
Übernachtung: auf Wohnmobilstellplatz: Bonne Terrasse, Route de Bonne Terrasse, F-83350 Ramatuelle, GPS: N 43°12'41" E 06°39'44"
Anzahl Übernachtungen: 1
Kosten: 7,90 €
Nebenkosten: keine
Gesamtkosten für 1 Übernachtung: 7,90 €

Nach der Hafenbesichtigung fahren wir die N98 weiter bis Bormes-les-Mimosas. Nachdem wir gestern im historischen Ortskern von Bormes keinen geeigneten Parkplatz für unser Wohnmobil gefunden haben, nehmen wir uns heute vor, entlang der N98 nach einer Parkmöglichkeit zu suchen, um den historischen Ortskern oben am Berg doch noch besichtigen zu können. Wir haben Glück und finden direkt an der Abzweigung der D41 zur Auffahrt zum historischen Ortskern einen geeigneten Parkplatz für unser Wohnmobil. In der Hauptsaison allerdings dürfte auch dieser Platz von PKW zugeparkt sein. Wir laden unsere E-Bikes aus der Heckgarage aus und fahren die ca. 3 km lange Serpentinenstraße hinauf bis zum historischen Ortskern von Bormes-les-Mimosas. Mit normalen Fahrrädern ist die ca. 3 km lange, steile Auffahrt zum Ortskern sehr mühselig und anstrengend.


PKW Parkplatz an der Abzweigung zur D41

Bormes-les-Mimosas gehört zu den schönsten Dörfern an der Côte d’Azur und verdankt seinen Beinamen der im Februar und März stattfindenden Mimosenblüte. Wir finden ein schönes, mittelalterliches Städtchen mit vielen Treppen, blumenreichen Gässchen und einer Schlossruine vor, von wo aus wir einen wunderbaren Blick bis in die Bucht von Le Lavandou haben. Unsere Besichtigungstour führt uns über den Schlossplatz, überdachte Durchgänge, die Eglise Saint Trophyme und die Haupthandelsstraße Rue Carnot bis zum Restaurant de charme Lou Portaou, Cubert des poetes, wo wir hervorragend zu Mittag essen. In dem originellen Restaurant in einem mittelalterlichen Gebäude werden typisch französische Gerichte zu erschwinglichen Preisen angeboten. Nach dem Mittagessen setzen wir unseren Besichtigungsrundgang fort und fahren danach mit den Fahrrädern zum Wohnmobil auf dem Parkplatz zurück.


Blick von der Dachterrasse des Vereinshauses über das Bergdorf


Rathaus mit der Ruine der Windmühle


Château des Seigneurs de Fos


Panorama vom Schlossplatz auf Bormes und die Ebene von Le Lavandou


Altstadtgasse


blühende Hinterhöfe


Überdachte Durchgänge, genannt „Cubert“


Provenzalischer Platz


Terrasse zum Restaurant Lou Portaou


Platz de L’Isclou D‘Amour


Durchgang in der Altstadt


Rue Carnot – Haupthandelsstraße aus dem 16. Jahrhundert


Rue Carnot – Haupthandelsstraße aus dem 16. Jahrhundert


Eglise Saint Trophyme


Stufen im Labyrinth der Gassen


Stufen im Labyrinth der Gassen

Nachdem wir unsere Fahrräder wieder in der Heckgarage verstaut haben, fahren wir weiter die Corniche des Maures an der D559 über Le Lavandou, Cavalaire-s-Mer, St. Tropez an den Strand nach Ramatuelle, wo sich der Wohnmobilstellplatz Bonne Terrasse, Route de Bonne Terrasse, befindet. Der Wohnmobilstellplatz mit 45 offiziellen Stellplätzen ist für die Jahreszeit sehr gut besucht und liegt direkt am Strand. Er verfügt über eine Ver- und Entsorgung, Toiletten, eine Dusche, aber keine Möglichkeit zum Stromanschluss.


Wohnmobilstellplatz Bonne Terrasse


Blick vom Strandweg auf den Wohnmobilsellplatz

Nachdem wir das Wohnmobil abgestellt haben, unternehmen wir noch einen Strandspaziergang, vorbei am Restaurant Le Migon, und erkunden die nähere Umgebung sowie ein Stück der Steilküste, wo ein markierter Pfad über wilde Klippen bei prachtvoller Sicht Richtung Süden führt. Bei unserer Rückkehr ist es noch so schön und warm, dass wir uns noch ein wenig vor das Wohnmobil in die Sonne setzen können.


Strandabschnitt La Bonne Terrasse


Blick über das Meer zum Cap St. Tropez


Blick zum Cap Camarat


Restaurant Le Migon am Strand


Blick vom Strand Richtung Süden

Am Montagmorgen laden wir unsere E-Bikes bei sonnigem Wetter aus der Heckgarage aus und radeln die ca. 8 km nach Ramatuelle. Ramatuelle ist ein kleines denkmalgeschütztes Dörfchen mit Denkmälern aus dem 14. und 16. Jahrhundert. Es wurde an einem Berghang kreisförmig um ein altes Schloss herum gebaut. Von Ramatuelle aus kann man bis zum Strand von Pampelonne in St. Tropez und zum Cap Camerat sehen. Die Bewohner waren früher vorwiegend Landwirte, Müller, Weinbauern oder Fuhrmänner. Heute präsentieren Künstler ihre Kreationen aus Weide, Holz oder Stoff sowie ihre Malerei.

Wir stellen die Fahrräder auf dem Place de l’Ormeau (Ulmenplatz) ab und erkunden das Dorf von Ramatuelle anhand eines Stadtplans, den wir uns vorher im Tourismusbüro besorgt haben. Gleich am Place de l’Ormeau steht die Kirche Notre-Dame, die im Jahre 1620 auf der alten Festungsmauer erbaut wurde. Wir laufen weiter durch Tordurchgänge, über Treppen zum Place Gabriel Péri und sehen uns in der Rue du Moulin Roux das alte Gefängnis an das unter Napoleon III in einem arabisch anmutenden Stil erbaut wurde. Zurück führt uns der Weg durch die Gasse Impasse des Jardins auf den Hauptplatz.


Place de l’Ormeau (Ulmenplatz) in Ramatuelle


Kirche Notre-Dame in Ramatuelle


Dorfgasse in Ramatuelle


Dorfgasse in Ramatuelle


Dorfgasse in Ramatuelle


Tordurchgang in Ramatuelle


Rue Victor Léon in Ramatuelle


Dorfgasse in Ramatuelle


altes Gefängnis in Ramatuelle


Gasse Impasse des Jardins


Rue Victor Léon in Ramatuelle


Hauptbrunnen der damaligen Bevölkerung “Fontaine aux lions“


Sicht auf Ramatuelle von der Route des Moulins de Paillas

Danach fahren wir mit dem Fahrrad die steile Route des Moulins de Paillas über den Berg nach Gassin. Auf der Bergspitze halten wir an der Mühle, die bis ins 19. Jahrhundert als Windmühle fungiert hat.


Windmühle Moulins de Paillas

In Gassin stellen wir fest, dass unser Fahrrad-Akku aufgrund der steilen Straßenführungen fast leer ist. Deshalb kürzen wir die Besichtigung von Gassin etwas ab, schieben die Fahrräder durch die Hauptstraße des alten Dorfes und fahren danach auf der gleichen Route zurück zum Wohnmobilstellplatz am Meer.


Dorfgasse in Gassin


Dorfgasse in Gassin


Dorfgasse in Gassin


Dorfgasse in Gassin


Dorfgasse in Gassin

Tagesetappe 10:
Montag, 08.04.2013 von Ramatuelle nach St. Tropez
Tageskilometer: insgesamt: 12 km
Übernachtung: auf Wohnmobilstellplatz: Chez Jean-Claude, Chemin de la Fontaine du Pin, F-83990 St. Tropez, GPS: N 43°15'53" E 06°40'19"
Anzahl Übernachtungen: 1
Kosten: 11,00 €
Nebenkosten: Strom 2,50 €
Gesamtkosten für 1 Übernachtung: 13,50 €

Nach dem Mittagessen fahren wir unser nächstes Reiseziel, den Wohnmobilstellplatz Chez Jean-Claude in St. Tropez an. Unterwegs überrascht uns ein heftiger Gewitterregen. Der Wohnmobilstellplatz in St. Tropez ist deshalb von Wasserpfützen übersät und wir suchen nach einem geeigneten Stellplatz, wo wir ohne nasse Füße zu bekommen das Wohnmobil verlassen können. Auf dem Wohnmobilstellplatz befinden sich eine Ver- und Entsorgung und ein Gebäude mit zwei Duschen und einer kleinen WC-Anlage sowie ausreichend Stromsäulen.


Wohnmobilstellplatz in St. Tropez

Am Spätnachmittag laufen wir zum Strand an der Baie des Canebiers, welcher vom Wohnmobilstellplatz aus zu Fuß in 5 Minuten zu erreichen ist. Der Strand ist in einem schrecklichen Zustand und mit Bergen von Seegras übersät. Der erste Eindruck von St. Tropez ist für uns deshalb denkbar schlecht. In das Stadtzentrum von St. Tropez sind es fußläufig ca. 4 km. Ein Autobus fährt nur bis ca. 17.00 Uhr. Deshalb entscheiden wir uns, St. Tropez erst am nächsten Morgen zu besuchen.


Strand an der Baie des Canebiers


Strand an der Baie des Canebiers

Nach dem Frühstück fahren wir mit den E-Bikes die ca. 4 km bis ins Zentrum vom St. Tropez. St. Tropez ist ein Schicki-Micki-Badeort der 60er und 70er Jahre mit einem schönen Hafen sowie breiter Strandpromenade und ein Maler- und Künstlerparadies.

Wir stellen die Fahrräder am Hafen ab und laufen entlang am Hafenbecken, vorbei an der Zitadelle, bis zum südlichen Stadtbadestrand, dem Strand Les Graniers und von dort aus weiter durch die Gassen der Innenstadt. Dort besichtigen wir die etwa 200 Jahre alte, italienisch-barocke Kirche mit dem Heiligen Tropez. Die Altstadt mit vielen Boutiquen und Restaurants reicht vom Hafenbecken bis unterhalb der Zitadelle. Nach unserem Rundgang kehren wir zum Hafenbecken zurück, wo sich zwischenzeitlich die Künstler mit ihren Werken präsentieren.


Hafen von St. Tropez


Hafen von St. Tropez


Stadtansicht vom Strand Les Graniers in St. Tropez


Stadtansicht vom Strand Les Graniers in St. Tropez


Zitadelle von St. Tropez


italienisch-barocke Kirche mit dem Heiligen Tropez


Altstadtgasse in St. Tropez


Altstadtgasse in St. Tropez


Schachspieler am Hafen von St. Tropez


Künstler am Hafen von St. Tropez

Ganz besonders gefallen uns die Bilder von Joêlle Bernard. Die Künstlerin ist sehr aufgeschlossen und es entwickelt sich trotz unserer mangelhaften französischen Sprachkenntnisse eine nette Unterhaltung. Wir kaufen für unsere Bildergalerie zu Hause bei ihr ein Bild. Weil sie uns nett findet, schenkt sie uns ein handsigniertes Poster von einem ihrer Werke als Erinnerungsgeschenk an unseren Besuch in St. Tropez. Wir fahren noch an dem dienstags stattfindenden Wochenmarkt vorbei und machen uns danach auf den „Heimweg“.

Tagesetappe 11:
Dienstag, 09.04.2013 von St. Tropez nach Grimaud
Tageskilometer: insgesamt: 12 km
Übernachtung: auf Campingplatz: Camping de la Plage, An der R. D. 559, F-83310 Grimaud, GPS: N 46°16'55" E 06°35'10" www.camping-de-la-plage.fr
Anzahl Übernachtungen: 2
Kosten: 51,00 €
Nebenkosten: Kurtaxe 2,40 €
Gesamtkosten für zwei Übernachtungen: 53,40 €

Nach dem Mittagessen fahren wir weiter nach Grimaud, auf den Campingplatz Camping de la Plage, An der R. D. 559. Der Campingplatz liegt am Golf von St. Tropez und ist um diese Jahreszeit noch wenig besucht. Wir können uns deshalb einen Platz direkt am Meer aussuchen. Die Lage des Campingplatzes direkt am Meer, die Nähe zu den interessanten Orten wie Port Grimaud und St. Tropez, die gute Ausstattung und die Anordnung der Stellplätze sowie das freundliche und deutschsprachige Personal machen den Campingplatz insbesondere in der Vor- und Nachsaison zu einem echten Geheimtipp. Vom Sandstrand vor unserem Wohnmobil aus sehen wir die gegenüber liegende Seite der Bucht mit St. Tropez.


Camping de la Plage in Grimaud


Blick von Port Grimaud auf den Campingplatz

Am Nachmittag wandern wir über den Strand und erreichen nach ca. einer halben Stunde Port Grimaud. Port Grimaud wurde 1966 von dem Architekten Francois Spoerry auf dem Reisbrett entworfen. Es besteht aus einem 5 km langen Kanalsystem mit insgesamt 8 km Hafenkai. Die meisten Häuser grenzen direkt ans Wasser und verfügen über einen privaten Anlegesteg. Die Häuser sind bewusst nach provenzalischem Stil auf „alt“ getrimmt und haben dadurch einen historischen Charakter. Nachdem wir ein wenig durch die Gassen von Port Grimaud gebummelt sind, kehren wir zu unserem Wohnmobil zurück und genießen noch ein wenig den herrlichen Sandstrand.


Strandabschnitt auf dem Weg nach Port Grimaud


Port Grimaud


Port Grimaud

Am Mittwochmorgen unternehmen wir mit unseren E-Bikes eine Radtour in das ca. 6 km entfernte liebenswerte alte Örtchen Grimaud. Über dem schönen mittelalterlichen Dorf befindet sich eine restaurierte Burgruine aus dem 11. Jahrhundert. Grimaud ist wegen seinem besonderen Flair in der Hauptsaison von Touristen überflutet. In den engen Gassen findet man Souvenier-, Antiquitäten- wie Kunsthandwerksgeschäfte. Bei der Besichtigung von Grimaud fällt positiv auf, dass von den Einheimischen ihr Örtchen aufgepäppelt wurde.

Wir besorgen uns im Tourismusbüro einen Stadtplan und laufen entlang der im Plan genannten Route durch die engen Gässchen zur Burgruine, vorbei an der Kapelle des Pénitents und zurück zum Hauptplatz. Von der Burgruine aus haben wir einen tollen Blick über die Bucht von St. Tropez. Im Restaurant Le Cafe de France, 5 Place Neuve, sitzen wir auf der sonnigen Terrasse und essen hervorragend gut zu Mittag. Das Lokal bietet traditionelle Küche zu akzeptablen Preisen.


Kirche St. Michel in Grimaud


Arkaden in Grimaud


Rue Balladou in Grimaud


Fußweg zur Ruine in Grimaud


Bürgerhaus in Grimaud


liebevoll geschmückte Altstadtgasse in Grimaud


Blick zur Burgruine in Grimaud


Turm der Burgruine in Grimaud


Blick von der Burgruine Grimaud


Blick von der Burgruine in die Bucht von St. Tropez


Blick von der Burgruine über die Dächer von Grimaud


Windmühle Saint Roch


begrünte Altstadtgasse in Grimaud


blumengeschmücktes Altstadthaus in Grimaud


alter Brunnen in Grimaud


begrünte Altstadtgasse in Grimaud


Kapelle des Pénitents in Grimaud


Restaurant Le Cafe de France, 5 Place Neuve

Nach unserer Rückkehr zum Campingplatz verbringen wir den restlichen Nachmittag am Sandstrand vor unserem Wohnmobil und lassen uns von der warmen Frühlingssonne verwöhnen. Die Wassertemperatur ist zwar zum Baden noch zu kalt. Aber für einen kleinen Spaziergang durch das seichte Meerwasser mit nackten Füßen ist die Temperatur angenehm.

Tagesetappe 12:
Donnerstag, 11.04.2013 von Grimaud nach Antibes
Tageskilometer: insgesamt: 83 km
Übernachtung: auf Campingplatz: Camping du Pylône, 189, Avenue du Pylône, F-06600 Antibes
Anzahl Übernachtungen: 1
Kosten: 25,20 €
Nebenkosten: Kurtaxe 0,40 €
Gesamtkosten für 1 Übernachtung: 25,60 €

Heute fahren wir über die N98 ein Stück an der Côte d’Azur entlang. Wir fahren nach Ste. Maxime, Fréjus, St. Raphael, die Corniche de l‘ Esterel, weiter nach Cannes und zu unserem Zielort Antibes. Die vorgenannte Fahrtstrecke ist zwar zeitaufwändig und sehr kurvenreich, aber landschaftlich außerordentlich reizvoll. Insbesondere ist die Strecke zwischen Fréjus und Cannes, die am Rande des Esterelgebirges mit seinem roten Gestein und den vielen Aussichtspunkten entlang führt, eine reizvolle Touristenroute in Südfrankreich.


Blick von der Corniche de l‘ Esterel auf das Esterelgebirge

Gegen Mittag kommen wir auf dem Campingplatz Camping du Pylône, 189, Avenue du Pylône in Antibes an. Auf der Strecke zwischen Cannes und Nizza gibt es keine offiziellen Wohnmobilstellplätze. Auch ist weitgehend das Parken für Wohnmobile in den Küstenorten verboten. Um Antibes zu besichtigen, besteht zumindest in der Vor- und Nachsaison die Möglichkeit, am Strand entlang auf der N98 nördlich der Stadt das Wohnmobil tagsüber abzustellen. Allerdings ist auch dort überall das Übernachten verboten. Der Campingplatz du Pylône liegt hinter der N98 und der Bahnlinie und wird durch Mobilheimanlagen geprägt. Das alte Ortszentrum von Antibes ist ca. 4 km entfernt. Der Campingplatz hat wenig geeignete Plätze für große Wohnmobile. Der freundliche, deutschsprechende Platzwart bemüht sich sehr, einen für uns geeigneten Stellplatz zu finden und weist uns persönlich ein.


Campingplatz du Pylône in Antibes

Am Nachmittag fahren wir mit den Fahrrädern in die Altstadt von Antibes, der ältesten Stadt der Côde d´Azur mit ihrem provenzalischen Charme. Anitbes wurde von den Griechen gegründet und von den Römern entwickelt, von Barbaren verwüstet und unter Heinrich IV. und Ludwig XVI. zur Stadt befestigt.

Wir kommen am Fort Carre, einer alten Befestigungsanlage und am Hafen Port Vauban vorbei. Fort Carre auf der Halbinsel Saint-Roch wurde auf Befehl des französischen Königs Heinrich II. während der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaut. Der Hafen Vauban ist einer der größten und modernsten Yacht- und Businesshafen Europas. Er ist aufgrund seiner hochentwickelten Technologie in der Lage die größten und schönsten Yachten der Welt zu empfangen.


Fort Carre mit Hafen Vauban


Hafen Vauban

Vor dem Stadttor „Porte marine“, das Jahrhunderte lang die einzige Öffnung der Stadtmauer war, stellen wir die Fahrräder ab und betreten die Altstadt von Antibes. Als nächstes besichtigen wir die Cathédrale an der Promenade Amiral de Grasse und kommen am Château Grimaldi vorbei, welches das Musée Picasso beherbergt. Anschließend laufen wir über den provenzalischen Markt, dann die Stadtmauer entlang und zurück, kreuz und quer durch die verschiedenen Altstadtgässchen mit den vielfältigen Geschäften. Am frühen Abend radeln wir zum Campingplatz zurück und verbringen den Abend im Wohnmobil.


„Porte marine“ mit Stadtmauer in Antibes


Cathédrale an der Promenade Amiral de Grasse in Antibes


Château Grimaldi mit Musée Picasso


Promenade Amiral de Grasse in Antibes


Turm zwischen der Cathédrale und dem Museum in Antibes


Blick von der Stadtmauer zum Plage de la Gravette (Stadtstrand) von Antibes


Altstadtgasse mit Künstler in Antibes


Geschäft in Altstadtgasse in Antibes

Tagesetappe 13:
Freitag, 12.04.2013 von Antibes nach Pietra Ligure
Tageskilometer: insgesamt: 156 km
Übernachtung: auf Wohnmobilstellplatz: Area Camper Via Crispi, Via Francesco Crispi 43, I-17027 Pietra Ligure
Anzahl Übernachtungen: 1
Kosten: 16,00 €
Nebenkosten: keine
Gesamtkosten für 1 Übernachtung: 16,00 €

Heute nehmen wir Abschied von Frankreich und treten die Heimreise an. Wir fahren von Antibes aus auf der A8 bis zur Ausfahrt Roquebrune, fahren dann weiter auf einer Regionalstraße und dann auf der N98 bis Menton. Auf dem Teilstück der Regionalstraße zwischen der Autobahnausfahrt und N98 haben wir einen fantastischen Blick aus der Vogelperspektive auf Monte-Carlo. Leider gibt es kaum eine Möglichkeit, mit dem Wohnmobil auf der engen Straße anzuhalten, um diesen tollen Ausblick in einem Foto festzuhalten. In Menton können wir auf einem Seitenstreifen der N98, ca. 1 km vor der Landesgrenze nach Italien, am Stadion neben dem Hafengelände das Wohnmobil parken. Von dort aus laufen wir entlang an der Hafenpromenade bis zur Altstadt und besichtigen Menton.


Parken am Seitenstreifen der N98 in Menton


Blick von Osten auf Menton

Die Strandpromenade von Menton ist die kleine Schwester der Promenade von Nizza und heißt „Promenade du Soleil“. Einen besonders schönen Blick auf die malerische Altstadt hat man vom östlichen Teil des Strandes. Sehenswert ist auch die Festung an der Hafenmauer, in der das Musée Jean Cocteau untergebracht ist. Wir steigen die vielen Stufen zur Kirche Parvis St. Michel auf, die im Stil des Barock erbaut ist.


Östlicher Badestrand von Menton


Badestrand von Menton


Blick auf die „Promenade du Soleil“ von Menton


Ansicht der Altstadt von Menton


Trödelmarkt in Menton


La chapelle de l’Immaculée in Menton


Festung an der Hafenmauer mit dem Musée Jean Cocteau in Menton

Nach unserer Mittagspause fahren wir über die Grenze nach Italien und auf der SS1 über Ventimiglia, Bordighera nach Sanremo. Von dort aus wechseln wir auf die A10 und legen die restliche Fahrtstrecke bis zu unserem nächsten Reiseziel Pietra Ligure auf der Autobahn zurück. In Pietra Ligure fahren wir auf den Wohnmobilstellplatz Area Camper Via Crispi, Via Francesco Crispi 43, mit 50 Stellplätzen, einer Ver- und Entsorgungsstation, Stromanschlüssen, Toiletten und Duschen.


Wohnmobilstellplatz in Pietra Ligure

Nach einer Kaffepause laufen wir in die ca. 700 m vom Stellplatz entfernte Innenstadt und sind positiv überrascht über das schöne, sehr gut erhaltene mittelalterliche Städtchen mit engen Gassen, Tordurchgängen, mehreren netten Plätzen, einer teilweise erhalten Stadtmauer und vielen kleinen attraktiven Geschäften und gemütlichen Lokalen. Außerhalb der Stadt am Meer entlang ist eine wunderbare Strandpromenade mit vielen Palmen angelegt.

Nach einem Spaziergang durch die Stadt und entlang der Palmenpromenade setzen wir uns am Hauptplatz Piazza San Nicolo, vor der Basilica di San Nicolo, in ein kleines Straßencafe und bestellen uns zwei kleine Gläser Weißwein. Der Wein wird mit vielen kleinen Köstlichkeiten serviert. Diese landestypische Geste ist leider in vielen italienischen Tourismuszentren bereits verloren gegangen. Deshalb freuen wir uns ganz besonders an dem italienischen Flair dieser Stadt und fühlen uns inmitten der einheimischen Bevölkerung sehr wohl. Den restlichen Abend verbringen wir gemütlich in unserem Wohnmobil.


Altstadtgasse in Pietra Ligure


Basilica di San Nicolo am Hauptplatz in Pietra Ligure


Altstadtgasse in Pietra Ligure


Palazzo Leale-Franchelli in Pietra Ligure


Blick durch das Tor in der Stadtmauer in die Altstadt von Pietra Ligure


Badestrand von Pietra Ligure


Palmenpromenade am Strand von Pietra Ligure


Fischerboote am Strand von Pietra Ligure warten auf ihren Einsatz

Tagesetappe 14:
Samstag, 13.04.2013 von Pietra Ligure nach Locarno
Tageskilometer: insgesamt: 302 km
Übernachtung: auf Wohnmobilstellplatz: Wohnmobilplatz Locarno, Via Lanca Degli Stornazzi, CH-6600 Locarno, GPS: N 46°09‘38“ E 08°48‘09“
Anzahl Übernachtungen: 1
Kosten: 10,00 €
Nebenkosten: keine
Gesamtkosten für 1 Übernachtung: 10,00 €

Wir setzen unsere Heimfahrt fort und fahren auf der A10 bis kurz vor Genua und auf der A26 über Allesandria zum Lage Maggiore. Dort verlassen wir die Autobahn an der Ausfahrt Baveno und fahren die N34 nach Verbania und weiter bis Cannobio auf den Wohnmobilstellplatz Area Camper, Via San Rocco, I-28822 Cannobio (GPS: N 46°03‘41“ E 08°41‘32“). Der Stellplatz verfügt über 50 Plätze, eine Ver- und Entsorgung sowie eine WC-Anlage. Er liegt am südlichen Flussufer des Cannobino im Westen vom Ort. Der Lago Maggiore ist ca. 1 km entfernt. Die Zufahrt ist sehr eng. Nur einzelne Stellplätze sind für große Wohnmobile geeignet.


Wohnmobilstellplatz in Cannobio

Der Stellplatz ist insbesondere von deutschen Wohnmobilfahrern sehr gut besucht. Zwar sind noch einzelne Stellplätze frei, die allerdings teilweise mit Liegestühlen und Tischen von den deutschen Campern belegt sind. Im Gegensatz zu unseren guten Erfahrungen mit den französischen Wohnmobilnachbarn, die immer sehr freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit waren, sind die deutschen Camper nicht bereit ihre Stühle und Tische etwas zur Seite zu räumen, um uns die Einfahrt in einen geeigneten Stellplatz zu ermöglichen. Deshalb fahren wir enttäuscht über die mangelnde Rücksichtnahme unserer eigenen Landsleute im Ausland weiter.

Der Weg führt uns entlang am sehr engen Westufer des Lago Maggiore in die Schweiz bis Locarno, auf den Wohnmobilstellplatz Locarno, Via Lanca Degli Stornazzi, CH-6600 Locarno. Der Stellplatz verfügt über 25 Plätze auf Schotter und hat keinerlei Ver- und Entsorgungseinrichtungen und auch keine Stromversorgung. Im angrenzenden Park ist in ca. 100 m Entfernung eine öffentliche WC Anlage. An den Lido vom Lago Maggiore sind es ca. 150 m. Auch dieser Stellplatz ist sehr gut belegt und wird fast ausschließlich von Schweizer Wohnmobilfahrern besucht.


Wohnmobilstellplatz in Locarno

Nach einer Kaffeepause holen wir unsere Räder aus der Heckgarage und fahren am Ufer des Lago Maggiore entlang, vorbei am Park delle Camelie, in die ca. 500 m entfernte Innenstadt von Locarno.

Locarno ist weltbekannt durch das Filmfestival und seine Blumenpracht, speziell die Pracht der Kamelien. In dem Park delle Camelie wachsen ca. 900 verschiedene Kamelienarten.


Park delle Camelie in Locarno


Park delle Camelie in Locarno

Wir bummeln über die Piazza Grande, durch die angrenzenden Arkaden und einige Altstadtgassen mit einer Vielzahl an Geschäften und Lokalen. Am Abend kehren wir zu unserem Wohnmobil zurück.


Porto de la Lanca neben dem Wohnmobilstellplatz


Parco de la Pace am Lido in Locarno


Blick über den Lago Maggiore Richtung Osten


Blick über den Lago Maggiore nach Locarno


Blick über den Lago Maggiore Richtung Süden


Strandpromenade Lungo Lago Giuseppe Motta


Piazza Grande in Locarno

Tagesetappe 15:
Sonntag, 13.04.2013 von Locarno nach Treuchtlingen
Tageskilometer: insgesamt: 514 km
Übernachtung: auf Wohnmobilstellplatz: Reisemobilstellplatz am Kurpark, Kästleinsmühlenstraße  20, D-91757 Treuchtlingen,  GPS: N48°57'37" E10°55'04"
Anzahl Übernachtungen: 1
Kosten: 9,50 €
Nebenkosten: Strom 1 €
Gesamtkosten für 1 Übernachtung: 10,50 €

Am frühen Morgen setzen wir die Heimfahrt fort und fahren auf der N2 bis Bellinzona und auf der N13 durch den S. Bernardino Straßentunnel nach Chur und von dort weiter bis Lindau am Bodensee. In Lindau verbringen wir unsere Mittagspause auf dem Wohnmobilstellplatz auf dem Parkplatz Blauwiese P1, Reutiner Straße, 88131 Lindau, (GPS: N 47°33‘31“ E 09°42‘01“). Der Stellplatz verfügt über eine Ver- und Entsorgungsstation aber keine Stromversorgung. Vom Wohnmobilstellplatz aus ist die Insel Lindau in ca. 20 Minuten zu Fuß erreichbar. Verschiedene Geschäfte sind in unmittelbarer Nähe.


Wohnmobilstellplatz Parkplatz Blauwiese P1 in Lindau am Bodensee

Nach der Mittagspause fahren wir auf der A96 bis Memmingen, dann auf der A7 bis Ulm, auf der A8 bis Augsburg und über die B2 nach Treuchtlingen. Dort übernachten wir auf dem Wohnmobilstellplatz Am Kurpark, Kästleinsmühlenstraße 20, 91757 Treuchtlingen. Der Wohnmobilstellplatz zählt zu den 75 „Top Plätzen“ in Deutschland und verfügt neben einer Ver- und Entsorgungsanlage und Stromsäulen auch über ein komfortables Sanitärgebäude mit WC-Anlagen und Duschen. Die Benutzung der Sanitäranlagen ist im Stellplatzpreis enthalten. Der Stellplatz befindet sich neben dem Kurpark und in kurzer Entfernung zur Altmühltherme. Die Innenstadt ist in ca. 10 Minuten zu Fuß erreichbar.


Wohnmobilstellplatz in Treuchtlingen

Treuchtlingen liegt im Naturpark Altmühltal und ist ein junger und moderner Kurort. Die erste urkundliche Erwähnung von Treuchtlingen war bereits im Jahr 899. Treuchtlingen ist Eisenbahnknotenpunkt und hatte bis vor wenigen Jahren ein Eisenbahnbetriebswerk. In der Nähe von Treuchtlingen befindet sich der Karlsgraben, ein imposantes Technikdenkmal des Mittelalters. Hier hat Karl der Große im Jahr 793 die erste Verbindung zwischen den beiden großen europäischen Flusssystemen von Rhein-Main und Donau herstellen wollen.


Schloss in Treuchtlingen


alte Museumslokomotive an der Promenade in Treuchtlingen

Tagesetappe 16:
Montag, 18.06.2012 vonTreuchtlingen nach Rednitzhembach
Tageskilometer: insgesamt: 50 km

Diese Reiseroute ist gespickt mit fantastischen Eindrücken und Naturerlebnissen. Ein Höhepunkt jagt den anderen. Es ist einerseits eine Reise zurück in die mittelalterliche Zeit mit vielen alten Städtchen und Dörfern. Wobei die wunderbaren alten Orte ins dritte Jahrtausend getreten sind, ohne den geringsten Aspekt ihrer Besonderheit zu verlieren.

Andererseits zeigt sich die touristische Côte d’Azur mit dem türkisfarbenen Meer und ihrem karibischen Flair von ihrer prächtigsten Seite. Offensichtlich ist dabei der Glamour und das weltmännische Gesicht der Côte d’Azur im Gegensatz zu der traditioneller wirkenden Riviera.

Gerade um diese Jahreszeit sind bereits viele Touristen und Wohnmobilfahrer in Südfrankreich und am Meer unterwegs. Der große Touristenstrom hat allerdings noch nicht eingesetzt und deshalb können wir die Besonderheiten der von uns besuchten Regionen in aller Ruhe und in vollen Zügen auskosten.

Ein besonderer Genuss ist auch das vorzügliche Essen in Frankreich. Im Gegensatz zu den Zeiten vor der Euroumstellung ist heute das Preisniveau in Frankreich für ein gutes Menü durchaus mit Preisen in Deutschland vergleichbar. Wobei wir die Erfahrung gewonnen haben, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis in Deutschland oftmals zu wünschen übrig lässt, was wir von Frankreich so nicht sagen können.

Auffallend sind die Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft der Franzosen und der Italiener. Wir haben uns auf dieser Reise immer wie zu Hause gefühlt.

Wohnmobil-Logbuch      
Reise:     Wohnmobilreise Provence und Coté d´Azur im Frühling
Etappe Datum   Wochentag von nach km
1   28.03.2013   Donnerstag Rednitzhembach Bad Urach 250
2   29.03.2013   Freitag Bad Urach Singen 128
3   30.03.2013   Samstag Singen Aix les Bains 412
4   31.03.2013   Sonntag Aix les Bains Sisteron 218
5   01.04.2013   Montag Sisteron Moustiers-Ste. Marie 122
6   02.04.2013   Dienstag Moustiers-Ste. Marie Orgon 161
7   04.04.2013   Donnerstag Orgon Sanary-sur-Mer 124
8   06.04.2013   Samstag Sanary-sur-Mer La Londe-les-Maures 108
9   07.04.2013   Sonntag La Londe-les-Maures Ramatuelle 66
10   08.04.2013   Montag Ramatuelle St. Tropez 12
11   09.04.2013   Dienstag St. Tropez Grimaud 12
12   11.04.2013   Donnerstag Grimaud Antibes 83
13   12.04.2013   Freitag Antibes Pietra Ligure 156
14   13.04.2013   Samstag Pietra Ligure Locarno 302
15   14.04.2013   Sonntag Locarno Treuchtlingen 514
16   15.04.2013   Montag Treuchtlingen Rednitzhembach 50
               
    Fahrstrecke gesamt:     2718

Fahrtkostenzusammenstellung:
Fahrtkosten Diesel: 398,46 Liter
Gesamtkosten Diesel: 570,86 €
Gesamtfahrstrecke: 2.718 km
Durchschnittskosten je Liter: 1,43 €
Durchschnittsverbrauch je 100 km: 14,66 Liter

Übernachtungskostenzusammenstellung:
Anzahl Übernachtungen: 18
Gesamtkosten Übernachtungen: 266,64 €
Durchschnittskosten je Übernachtung: 14,81 €
Nebenkosten insgesamt: 179,50 €
Gesamtkosten: 1.017,00 €
Durchschnittskosten je Übernachtung: 56,50 €

Copyright © 2013
Helmut Dammer und Hildegard Löffler-Dammer, Rednitzhembach

Zusätzliche Informationen